Stürze vermeiden


Ältere Menschen neigen aus verschiedenen Gründen dazu, häufiger zu stürzen als Jüngere. Die Folgen sturzbedingter Verletzungen sind meist weit schwerwiegender als bei jüngeren Menschen, so verlaufen die Heilungsprozesse bei hüftnahen Oberschenkelfrakturen oft langsam und kompliziert und münden oftmals in dauernde Pflegebedürftigkeit.

 

Stürze sind die Folge eines komplexen Zusammenspiels von mehreren Faktoren, unter denen die nachlassende Muskelmasse und -kraft, der Verlust an Koordinationsvermögen (Gleichgewichtsfähigkeit, Reaktions-, Orientierungsfähigkeit), die verminderte Sinnesleistung sowie Stolperfallen in der unmittelbaren Umgebung die auffälligsten Verursacher sind.

Moderate und regelmäßige körperliche Aktivität (siehe BLOG Februar 2020: „Bis ins hohe Alter beweglich und mobil bleiben!“) fördert Wohlbefinden, Gesundheit und vermindert auch das Sturzrisiko. Eine gezielte und richtig dosierte Beanspruchung der Gleichgewichtsfähigkeit scheint sinnvoll, da auch im Alter diesbezüglich durchaus positive Effekte zu erwarten sind.

Wenn wir uns bewegen, nehmen wir viele Informationen und Reize über unsere Sinnesorgane (Sehen, Hören, Gleichgewichtsorgan, Tiefensensibilität) auf und reagieren so darauf, dass wir stets im Gleichgewicht bleiben. Verschlechtert sich die Sinnesleistung und/oder kommen noch zusätzlich „äußere“ Risikofaktoren wie Stolperschwellen oder schlechte Raumbeleuchtung hinzu, werden die Bewegungen deutlich unsicherer.

Häufig entstehen bei den Betroffenen Ängste und das führt insofern zu einem Teufelskreis, als dass die Vermeidung von körperlicher Aktivität den Abbau von Muskelmasse und -kraft beschleunigt, was wiederum das Sturzrisiko erhöht. Eine der Sehstärke entsprechenden Brille, ein individuell abgestimmtes Hörgerät und gutes Schuhwerk wirken unterstützend und tragen wesentlich zum sicheren Gehen und Bewegen bei.

Die vorschriftsmäßige Einnahme von Medikamenten sowie regelmäßige, ärztliche Abklärung ist nicht nur hinsichtlich der gewünschten Wirkungsweise der Arzneimittel unumgänglich, sondern kann auch bei unpassender Medikation zu Schwindel, Bewegungs- und Koordinationsschwierigkeiten und erhöhtem Sturzrisiko führen.

 

FAZIT: Ein großer Teil der Risikofaktoren für (gehäuftes) Sturzgeschehen kann mit relativ einfachen und leicht umsetzbaren Maßnahmen minimiert werden. Stürze lassen sich in ihrer Zahl reduzieren. Einerseits, indem die Risiken auf der Umweltseite (Beleuchtung, Türschwellen, Stufenkanten, standunsichere Möbel, fehlende Armstützen, uvm.) beseitigt werden, andererseits durch gezielte körperliche und geistige Aktivität.

 

Vorbeugen ist besser als Heilen!

 


Quellen:

Icks A., Becker C., Kunstmann W. (2005) Sturzprävention bei Senioren. Eine Interdisziplinäre Aufgabe. Deutsches Ärzteblatt/Jg. 102/Heft 31 – 32/8. August 2005

Jansenberger H. (2011) Sturzprävention in Therapie und Training. Thieme Verlag. Stuttgart.

Verein Sicheres Tirol (2012) Ratgeber für ein selbstständiges und unfallfreies Wohnen

WHO Global Report on Falls Prevention in Older Age (2007) Abgerufen von http://www.who.int/ageing/publications/Falls_prevention7March.pdf



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Gesundheitstipps

  1. "Wer rastet, der rostet!"

    Nutzen Sie jede Möglichkeit sich zu bewegen. Bleiben Sie körperlich und geistig aktiv. Schulen Sie vor allem Ihr Koordinations-, Reaktions- und Gleichgewichtsvermögen. Ein Physiotherapeut oder Sportwissenschaftler kann Ihnen bei der Umsetzung helfen. Broschüren zum Thema hier.

  2. Nutzen Sie die Vorsorgeuntersuchung

    Nicht nur Ihr Auto muss regelmäßig zum Service! Im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung (Gesundenuntersuchung) wird ab dem 65. Lebensjahr vermehrtes Augenmerk auf Hör- und Sehleistung gelegt. Fast ein Drittel der über 65-jährigen leidet an einer Hörstörung oder Sehbeeinträchtigung. Nachlassendes Hörvermögen wird von vielen Menschen nicht rechtzeitig erkannt. Informieren Sie sich diesbezüglich bei Ihrem Vertrauensarzt.

  3. Passen Sie ihre Wohnung jetzt an!

    Passen Sie Ihre Wohnung an und entfernen Sie Fallen jetzt - verschieben Sie das nicht auf später! Holen Sie sich Rat von Expertinnen und Experten (z. Bsp. Ergotherapeut/-innen). Laut dem Verein „Sicheres Tirol“ reicht schon ein einziger Hausbesuch eines/r Ergotherapeuten/in mit einer entsprechenden Wohnraumabklärung aus, um das Sturzrisiko um 50 % zu senken.