Corona - auch eine Krise für die Psyche

Seit Wochen beschäftigt uns das Corona-Virus und die damit verbundenen Folgen bestimmen viele Bereiche unseres Lebens. Auch wenn die drastischen Einschränkungen unseres Alltags weitestgehend vorüber sind, bleibt bei vielen, gerade in den Risikogruppen, die Angst, vor einer Ansteckung, Krankheit und Isolation bestehen. Es gilt nun, wieder wohlüberlegte Schritte in das normale Alltagsleben zu gehen.

Mehr denn je ist jetzt die Eigenverantwortung jeder und jedes Einzelnen gefordert. Wo nicht mehr alles gesetzlich geregelt und vorgegeben wird, was neben all der Einschränkung auch ein gewisses Sicherheitsgefühl gibt, ist jetzt wichtig, das eigene Risiko und das seines Umfeldes abzuschätzen und selbst wieder mehr Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. Da uns Corona noch einige Zeit begleiten wird, gilt es jetzt einen Weg zu finden, damit umgehen zu lernen und einen Mittelweg zwischen Panik und Verdrängung in einer Kombination zwischen Sorge und Solidarität zu finden.

Wir könnten nach der Krise Dinge, die wir bisher für selbstverständlich hielten, zumindest eine gewisse Zeit lang wieder schätzen und im besten Fall mehr Dankbarkeit für diese empfinden, da wir als Gesellschaft die Erfahrung ihrer Nichtselbstverständlichkeit gemacht haben. Wir könnten ein viel stärkeres Bewusstsein für die grundlegende Verletzlichkeit der schwächeren Mitglieder in unserer Gesellschaft haben. Wenn die Jüngeren Verantwortung für die Älteren übernehmen, die Starken für die Schwachen, dann stärkt das den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ebenso kann das erfolgreiche Überstehen einer Krise sowohl die individuelle Selbstwirksamkeit als auch die Resilienz stärken, was uns langfristig durchaus zufriedener machen könnte.

Corona und die damit verbundenen Einschränkungen lösen bei allen Menschen unterschiedliche Gefühl aus, z.B. Verwirrung, Hilflosigkeit, Einsamkeit, Angst oder Stress. Dies ist absolut verständlich, kann aber auch zu viel sein und als große Belastung empfunden werden. Nehmen Sie daher Ihre eigenen Gefühle wahr und ernst und versuchen Sie, diese auszudrücken und bei Bedarf z.B. mit einer nahen Bezugsperson darüber zu sprechen. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe auch in Form eines Anrufs bei einer Hotline in Anspruch zu nehmen, wenn alles zu viel wird.

Behalten Sie das Positive im Blick! Die Zeit schafft auch die Möglichkeit, uns auf Dinge zu besinnen, die uns Freude machen: Gönnen Sie sich jetzt zum Beispiel einfach mehr Ruhe, gehen Sie spazieren, gestalten Sie Ihre Wohnung um, nehmen Sie frühere Hobbies wieder auf, kochen Sie neue Gerichte, lesen Sie ein Buch oder genießen Ihre Lieblingsmusik oder -filme. Planen Sie bewusst diese positiven Aktivitäten in Ihrem Alltag ein! Sie können dabei helfen, unser Wohlbefinden in diesen schwierigen Zeiten zu steigern und somit auch dazu beitragen, unsere Ängste nicht dominieren zu lassen

Nutzen Sie aber trotz aller Lockerungen weiterhin die einfachen Möglichkeiten, um Ihr Erkrankungsrisiko zu vermindern, z.B. durch regelmäßiges Händewaschen und dem Einhalten eines entsprechenden Sicherheitsabstandes.

In diesem Sinne: Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte, halten Sie Abstand und bleiben Sie gesund!


Quellen:

BÖP (2020): COVID-19: Wie Sie häusliche Isolation und
Quarantäne gut überstehen (www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Die-Corona-Krise-gut-ueberstehen.html) 

Institut für Kommunikation und Gesellschaft (2020): Die psychologischen Folgen der Coronakrise (www.institut-kommunikation-gesellschaft.de/die-psychologischen-folgen-der-coronakrise/)




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Gesundheitstipps

  1. Medienkonsum: bewusst, ausgewählt und limitiert

    Wir füttern unsere Ängste täglich, wenn wir versuchen, möglichst alle Nachrichten zur Corona-Krise zu verfolgen. Das tun wir oft, um ein Gefühl von Kontrolle zu erhalten. Andererseits verstärken aber permanente Katastrophenmeldungen und eine andauernde Informationsflut die Grundangst. Vermeiden Sie daher ununterbrochenen Medienkonsum, denn es genügt auch, sich einmal am Tag durch eine seriöse Quelle über das Nötigste zu informieren.


  2. Bleiben Sie in Bewegung!

    Körperliche Aktivität hält uns nicht nur fit, sie wirkt sich auch positiv auf unsere Psyche aus. Nehmen Sie sich daher zum Beispiel tägliche Spaziergänge vor, suchen Sie sich eine Jogging-Runde, machen Sie Dehn-und Atemübungen. Zudem helfen Entspannungsübungen dabei, Ängste zu reduzieren. Nutzen Sie dafür auch gerne unsere Angebote, die Ihnen dabei helfen, Ihre Bewegungseinheiten auch zu Hause durchführen zu können.


  3. Halten Sie Kontakt!

    Verbundenheit mit der Familie oder dem Freundeskreis gibt Halt und zeigt uns, dass wir nicht alleine sind. Auch wenn persönliche Begegnungen nun wieder leichter möglich sind, können Sie auch neue Wege dafür nutzen. Das können regelmäßige Anrufe, der Austausch per Mail oder über einen Video-Chat sein. Warten Sie nicht nur darauf, dass sich jemand bei Ihnen meldet, sondern werden Sie auch selbst aktiv.